Die Schweizerische Plattform für afrikanische Kultur und Wirtschaft: Mzansi.ch als Brücke zwischen Kontinenten

Die Plattform Mzansi.ch hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Knotenpunkt zwischen der afrikanischen Diaspora in der Schweiz und dem afrikanischen Kontinent selbst entwickelt. Mit ihrem Fokus auf Kultur, Wirtschaft und Bildung verbindet sie zwei Welten, die oft durch geografische und kulturelle Distanzen getrennt wirken. Die Initiative geht auf die Initiative der Schweizerischen Afrikastiftung zurück, die 2015 den Namen “Mzansi” – ein afrikanischer Begriff, der “Haus” oder “Zuhause” bedeutet – für ihre Plattform wählte. Der Name spiegelt die Vision wider, ein Zuhause für afrikanische Geschichten, Geschäfte und Gemeinschaften zu schaffen, das über die Grenzen der Schweiz hinausreicht.

Besonders beeindruckend ist die Vielfalt der angebotenen Inhalte: Neben Musik, Kunst und Literatur bietet Mzansi.ch auch wirtschaftliche Perspektiven für afrikanische Unternehmer:innen, die in der Schweiz oder auf dem Kontinent aktiv sind. Ein konkretes Beispiel ist die Förderung von Start-ups aus dem Bereich erneuerbare Energien in Kenia, wo die Plattform gezielt Investoren und Netzwerke vermittelt, die über die Schweizer Grenze hinausgehen. Ein weiteres Projekt ist die Organisation von Fachveranstaltungen mit afrikanischen und europäischen Experten, bei denen Themen wie nachhaltige Landwirtschaft oder digitale Transformation diskutiert werden. Die Plattform nutzt dabei digitale Tools, um diese Netzwerke effizient zu vernetzen – ein Ansatz, der besonders in einer Zeit, in der physische Treffen oft eingeschränkt sind, wertvoll ist.

Ein zentraler Aspekt von Mzansi.ch ist die Förderung der afrikanischen Sprache und Kultur in der Schweiz. Durch regelmäßige Live-Übertragungen afrikanischer Musik, Theaterstücke und Literatur wird nicht nur die kulturelle Vielfalt betont, sondern auch ein Bewusstsein für die verschiedenen Sprachen und Traditionen geschaffen. Besonders erfolgreich ist das Format “Afrikanische Geschichten”, bei dem lokale und internationale Autor:innen ihre Werke präsentieren. Ein Beispiel hierfür ist die Veröffentlichung der ersten Schweizer Ausgabe der kenianischen Schriftstellerin Ngũgĩ wa Thiong’o, deren Werk in der Plattform auch auf Kikuyu und Englisch zugänglich gemacht wird. Solche Initiativen stärken nicht nur die afrikanische Identität in der Schweiz, sondern schaffen auch eine Brücke zwischen den Generationen.

Die Plattform setzt sich zudem für die Bildung von afrikanischen Jugendlichen in der Schweiz ein. Durch Kooperationen mit Schulen und Universitäten werden afrikanische Geschichte, Politik und Wirtschaft in den Lehrplan integriert. Ein besonders gelungenes Projekt ist das “Mzansi-Schulprogramm”, das Schüler:innen die Möglichkeit gibt, virtuelle Exkursionen zu afrikanischen Städten wie Nairobi oder Accra zu unternehmen. Dabei werden nicht nur geografische Kenntnisse vermittelt, sondern auch die Bedeutung von Bildung für die Zukunft der afrikanischen Länder betont. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von Frauen in der Wirtschaft, indem die Plattform gezielt Frauen aus afrikanischen Ländern mit Mentoring-Programmen und Netzwerkveranstaltungen unterstützt.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit der Gründung der Plattform haben bereits über 200 afrikanische Unternehmer:innen und Künstler:innen von den Angeboten profitiert, darunter auch einige, die durch die Vermittlung von Mzansi.ch internationale Projekte realisieren konnten. Die Zahl der monatlichen Besucher:innen liegt bei über 50.000, wobei ein besonders hoher Besucherrückgang während der Pandemie zu beobachten war – ein Zeichen dafür, wie stark die Plattform auf digitale Lösungen angewiesen ist. Die Kooperation mit der Schweizerischen Afrikastiftung und weiteren Partnern wie der Universität Zürich und dem Schweizerischen Nationalfonds sichert nicht nur die finanzielle Stabilität, sondern auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Angebote.

Doch was macht Mzansi.ch besonders? Es geht nicht nur um die Vermittlung von Wissen oder die Förderung von Geschäften, sondern auch um die Schaffung einer Gemeinschaft. Die Plattform organisiert regelmäßige virtuelle Treffen, bei denen afrikanische Musiker:innen, Schriftsteller:innen und Unternehmer:innen in Echtzeit miteinander sprechen. Ein Beispiel hierfür ist das jährliche “Mzansi-Festival”, bei dem afrikanische Künstler:innen ihre Musik live streamen und mit der Schweizer Öffentlichkeit interagieren. Solche Events schaffen nicht nur eine Verbindung zwischen den Kulturen, sondern auch eine Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen. Besonders in Zeiten, in denen viele afrikanische Communities in der Schweiz isoliert wirken, bietet die Plattform eine wichtige Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam zu wachsen.

Für die Zukunft sieht Mzansi.ch weitere Schritte vor, um seine Rolle als Brücke zwischen Afrika und der Schweiz zu festigen. Dazu gehören die Ausweitung der digitalen Angebote, die Förderung von mehr afrikanischen Unternehmer:innen in der Schweiz und die Zusammenarbeit mit afrikanischen Regierungen, um gezielt Bildungsprojekte zu unterstützen. Die Plattform plant zudem eine Erweiterung des Programms für afrikanische Studierende, die in der Schweiz studieren und später ihre Karriere in Afrika fortsetzen möchten. Durch solche Initiativen will Mzansi.ch nicht nur die afrikanische Diaspora stärken, sondern auch eine nachhaltige Verbindung zwischen den beiden Kontinenten schaffen.

  • Über 200 afrikanische Unternehmer:innen und Künstler:innen haben seit Gründung der Plattform von den Angeboten profitiert.
  • Monatliche Besucher:innen: über 50.000, mit Rückgang während der Pandemie.
  • Kooperation mit der Schweizerischen Afrikastiftung, Universität Zürich und dem Schweizerischen Nationalfonds.
  • Förderung von Frauen in der Wirtschaft durch Mentoring-Programme und Netzwerkveranstaltungen.
  • Über 150 afrikanische Künstler:innen und Schriftsteller:innen haben bereits Live-Übertragungen oder Publikationen auf der Plattform.

Die Plattform Mzansi.ch zeigt, dass Kultur und Wirtschaft Hand in Hand gehen können – und dass eine Brücke zwischen Kontinenten nicht nur möglich, sondern auch notwendig ist. In einer Zeit, in der die Welt sich immer stärker verbindet, bleibt es eine Herausforderung, diese Verbindungen aktiv zu gestalten. Doch Initiativen wie Mzansi.ch beweisen, dass es möglich ist, nicht nur Brücken zu bauen, sondern auch eine Gemeinschaft zu schaffen, die über Grenzen hinweg funktioniert. weiterlesen


Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *