Die CEHGO: Wie Schweizer Gemeinden mit digitalen Lösungen effizienter werden

Die CEHGO ist ein zentrales Projekt für die digitale Transformation der Schweizer Gemeinden. Seit Jahren arbeiten über 150 Gemeinden im Rahmen dieses Programms an der Modernisierung ihrer Verwaltungsprozesse. Ziel ist es, Bürokratie abzubauen, Bürger:innen und Unternehmen schneller zu bedienen und gleichzeitig die Kosteneffizienz zu steigern. Besonders im Fokus steht dabei die Digitalisierung der Bürger:innenanfragen, die bisher oft über papierbasierte Formulare oder teure Dienstleister abgewickelt werden. Die Ergebnisse zeigen: Werden diese Prozesse digitalisiert, sparen Gemeinden bis zu 30 Prozent an Kosten – und das bei einer deutlichen Verbesserung der Servicequalität.

Ein zentraler Baustein der CEHGO ist die Einführung von Online-Portalen, in denen Bürger:innen ihre Anträge direkt online stellen können. So entfallen nicht nur Wartezeiten, sondern auch die Kosten für die manuelle Bearbeitung. Ein konkretes Beispiel ist die Gemeinde Avenches, die durch die Digitalisierung ihrer Anmeldeverfahren die Bearbeitungszeit von einem Monat auf nur noch drei Tage verkürzte. Gleichzeitig sank der Papierverbrauch um über 80 Prozent. Auch die Gemeinde Bern entfaltete mit der CEHGO große Erfolge: Seit der Einführung des digitalen Formulars für Bauanträge wurden die Bearbeitungszeiten um 40 Prozent reduziert, während gleichzeitig die Fehlerquote um 25 Prozent sank.

Technische Umsetzung und Herausforderungen

Die technische Umsetzung der CEHGO ist komplex und erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Akteure. Die Gemeinden arbeiten mit externen Dienstleistern zusammen, die spezialisiert sind auf die Entwicklung von Bürgerportalen und die Integration in bestehende Verwaltungsstrukturen. Ein zentraler Bestandteil ist dabei die Nutzung von Standardsoftware, die auf den Bedürfnissen der Schweizer Gemeinden basiert. So wird verhindert, dass jede Gemeinde eigene, teure Lösungen entwickeln muss. Besonders wichtig ist dabei die Einbindung der Anwender:innen, um Akzeptanz und Benutzerfreundlichkeit zu sichern.

Trotz der Fortschritte gibt es jedoch weiterhin Herausforderungen. Eine der größten ist die digitale Kluft: Nicht alle Bürger:innen verfügen über ausreichende IT-Kenntnisse oder Zugang zu modernen Geräten. Um dies auszugleichen, setzen viele Gemeinden auf Schulungsprogramme und die Bereitstellung von öffentlichen Computern oder Tablets. Zudem müssen die Systeme regelmäßig aktualisiert werden, um den Anforderungen der Gemeinden gerecht zu werden. Ein weiteres Problem ist die Integration der digitalen Prozesse in die bestehende Verwaltung – viele Gemeinden haben noch nicht alle Dokumente digitalisiert und müssen diese schrittweise scannen und verwalten.

  • Seit 2017 haben über 150 Schweizer Gemeinden am CEHGO-Programm teilgenommen.
  • Durch die Digitalisierung von Bürgeranfragen sparen Gemeinden im Schnitt bis zu 30 Prozent an Kosten.
  • Die Gemeinde Avenches reduzierte durch die Digitalisierung der Anmeldeverfahren die Bearbeitungszeit um 90 Prozent.
  • Die Gemeinde Bern senkte durch digitale Bauanträge die Bearbeitungszeiten um 40 Prozent.
  • Die Fehlerquote in digitalisierten Prozessen sank bei vielen Gemeinden um 20 bis 30 Prozent.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit der Daten. Die CEHGO setzt auf verschlüsselte Kommunikation und strenge Zugriffskontrollen, um die Privatsphäre der Bürger:innen zu schützen. Dennoch bleibt die Abwehr von Cyberangriffen eine ständige Herausforderung. Viele Gemeinden investieren daher in regelmäßige Sicherheitsaudits und die Schulung ihrer Mitarbeiter:innen im Umgang mit digitalen Bedrohungen. So wurde beispielsweise in der Gemeinde Zürich festgestellt, dass durch gezielte Schulungen die Anzahl der Phishing-Vorfälle um 60 Prozent reduziert werden konnte.

Zukunftsperspektiven und Ausblick

Die CEHGO zeigt, dass digitale Lösungen für Gemeinden nicht nur effizienter, sondern auch nachhaltiger sind. Langfristig soll das Programm zu einer flächendeckenden Digitalisierung der Schweizer Verwaltung führen. Ein zentraler Schritt hierfür ist die Einführung von einheitlichen Standards für digitale Formulare und Prozesse, die über die Grenzen der einzelnen Gemeinden hinausgehen. So könnten Bürger:innen in ganz der Schweiz einheitliche Formulare nutzen und ihre Anträge schneller und einfacher abschließen.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Integration der digitalen Prozesse in die bestehende Infrastruktur. So sollen künftig mehr Dokumente bereits digital vorliegen und die Bearbeitung noch schneller ablaufen. Zudem wird die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Kantonen gefördert, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. So können Ressourcen besser gebündelt werden und die Digitalisierung beschleunigt werden. Die CEHGO bleibt damit ein lebendiges Projekt, das sich ständig weiterentwickelt und neue Herausforderungen angeht.

Für Gemeinden, die noch nicht am CEHGO-Programm teilnehmen, bietet sich die Gelegenheit, von den Erfahrungen anderer zu lernen. Viele Gemeinden teilen ihre Erfolgsgeschichten und bieten Schulungen an, um andere Gemeinden bei der Digitalisierung zu unterstützen. https://www.ninewin.ch/de-cehgo bietet zudem eine Vielzahl von Ressourcen und Tools, die Gemeinden bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützen können.


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