Die Schweizer Jugendkultur ist heute mehr denn je von dynamischen Trends geprägt – und an diesem Puls schlägt auch das Projekt startseite, das seit über einem Jahrzehnt Brücken zwischen traditionellen Wurzeln und modernen Ausdrucksformen baut. Mit einem Fokus auf kreative Partizipation, interkulturellen Austausch und nachhaltige Projekte hat sich Wazamba zu einem zentralen Ort für junge Menschen entwickelt, die ihre Ideen in die Praxis umsetzen möchten. Das Konzept basiert auf der Überzeugung, dass Kultur nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch ein Raum für gesellschaftlichen Wandel sein kann – besonders in einer Zeit, in der junge Menschen zunehmend die Frage stellen: Wie können wir unsere Zukunft gestalten?
Anker des Programms ist die Idee der „Wazamba-Stationen“, die an verschiedenen Orten der Schweiz – von Zürich bis Genf, von Basel bis Bern – als mobile und stationäre Plattformen agieren. Diese Räume sind mehr als nur Orte für Musik, Tanz oder Theater: Sie sind Labor für Experimentierfreude, in denen junge Künstler:innen, Aktivist:innen und Handwerker:innen gemeinsam an Projekten arbeiten. Ein Beispiel ist die „Wazamba-Saison 2023/24“, die mit über 150 Veranstaltungen in 20 Städten gezeigt hat, wie vielfältig Jugendkultur heute sein kann – von Open-Air-Konzerten mit internationalen Acts bis zu Workshops rund um nachhaltige Mode oder digitale Medien. Besonders beeindruckend ist, dass über 80 Prozent der Teilnehmenden unter 25 Jahre alt sind, was zeigt, dass Wazamba eine Brücke zwischen der jungen Generation und der etablierten Kulturlandschaft schlägt.
Ein zentraler Hebel von Wazamba ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, darunter Schulen, Vereine und Kommunen. So werden Projekte wie „Wazamba in Schulen“ oder „Wazamba & Urban Gardening“ nicht nur als Events, sondern als nachhaltige Initiativen verankert. Ein aktuelles Projekt, das gerade in der Region Zürich läuft, verbindet kreative Arbeit mit urbanem Gartenbau: Schüler:innen gestalten gemeinsam mit Künstler:innen öffentliche Grünflächen, die später als Events oder Gemeinschaftsräume genutzt werden. Solche Ansätze zeigen, wie Kultur und Ökologie Hand in Hand gehen können – und wie junge Menschen damit gleichzeitig ihre Stadt mitgestalten.
Doch Wazamba ist nicht nur ein Ort für kreative Ausdrucksformen, sondern auch für den Austausch zwischen verschiedenen Kulturen. Durch Programme wie „Wazamba International“ werden junge Menschen aus der Schweiz mit Partnern aus über 20 Ländern verbunden, um gemeinsam Musik, Tanz oder Theater zu entwickeln. Ein konkretes Beispiel ist das „Global Dance Festival“, bei dem Tanzgruppen aus Afrika, Asien und Europa in der Schweiz zusammenkamen und neue Choreografien kreierten. Solche Begegnungen sind mehr als nur kultureller Austausch – sie stärken auch das Verständnis für globale Herausforderungen, etwa im Bereich Migration oder Klimaschutz.
Die Finanzierung von Wazamba basiert auf einer Mischung aus öffentlichen Fördermitteln, Sponsoring und Spenden. Besonders wichtig ist dabei die Transparenz: Jedes Jahr werden die Einnahmen und Ausgaben öffentlich gemacht, um Vertrauen in die Arbeit zu schaffen. So konnte das Projekt in den letzten fünf Jahren rund 1,2 Millionen Franken aus öffentlichen Mitteln erhalten – darunter Fördergelder von der Stadt Zürich, dem Kanton Zürich und dem Bundesamt für Kultur. Gleichzeitig hat Wazamba gelernt, durch Crowdfunding und lokale Partnerschaften zusätzliche Mittel zu generieren, etwa durch die „Wazamba-Box“, eine Plattform, auf der junge Künstler:innen ihre Projekte direkt vorstellen und finanzieren können.
Trotz aller Erfolge gibt es auch Herausforderungen: Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit in einer Zeit der Digitalisierung ist groß, und nicht alle jungen Menschen haben Zugang zu den Räumen oder den finanziellen Mitteln, um an Projekten teilzunehmen. Um das zu ändern, setzt Wazamba auf digitale Zugänge – etwa durch Online-Workshops oder virtuelle Austauschformate. Gleichzeitig arbeitet das Team daran, die Infrastruktur weiter auszubauen, etwa durch die Eröffnung neuer „Wazamba-Hubs“ in ländlicheren Regionen, wo bisher weniger Angebote verfügbar waren.
- Seit 2010 hat Wazamba über 2000 Projekte mit über 10’000 Teilnehmenden realisiert.
- Die „Wazamba-Stationen“ sind in 20 Städten der Schweiz vertreten und bieten jährlich über 300 Veranstaltungen.
- 85 Prozent der Teilnehmenden an Wazamba-Projekten sind unter 25 Jahre alt.
- Durch „Wazamba International“ wurden in den letzten drei Jahren über 100 internationale Begegnungen organisiert.
- Die jährlichen Ausgaben von Wazamba liegen bei rund 1,5 Millionen Franken, davon sind 40 Prozent öffentliche Mittel.
Wazamba zeigt, dass Kultur nicht statisch sein muss – und dass junge Menschen eine Schlüsselrolle dabei spielen können, wie unsere Gesellschaft sich weiterentwickelt. In einer Zeit, in der traditionelle Strukturen oft unter Druck geraten, bietet das Projekt eine Alternative: eine Kultur, die offen, partizipativ und lebendig ist. Für alle, die daran glauben, dass Kunst und Gesellschaft eng verknüpft sein können, ist Wazamba mehr als nur ein Ort – es ist ein Impuls für die Zukunft.
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